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Sil­ber­lei­t­he

In Biber­wier befand sich von der Mit­te des 15. Jahr­hun­derts bis 1921 einer der bedeu­tends­ten Silber‑, Blei- und Zink­erz­bergbaue Tirols. Die Lager­stät­te mit vor­wie­gend sil­ber­hal­ti­gem Blei­glanz, Gal­mei und Zink­blen­de wur­de durch eine Rei­he von Stol­len wie dem Eduard‑, Wasser­priel‑, Kajetan‑, Matthias‑, Theresia‑, Königin‑, Udalrich‑, Larzarus‑, Dreikönig‑, Severin‑, Maria­hilf‑, Johannes‑, Barbara‑, Jacobi‑, Aloisia‑, Michaeli‑, Creszentia‑, Max-Braun- und Fried­rich-Hamm­a­cher-Stol­len erschlos­sen. Ins­ge­samt waren die söli­gen Abbaue etwa 59 Kilo­me­ter lang und die sai­ge­ren sowie schrä­gen etwa 12 Kilo­me­ter. Sei­ne Blü­te­zeit erleb­te der Berg­bau zwi­schen 1830 und 1850. Mit 153 Beschäf­tig­ten wur­den in die­ser Zeit jähr­lich bis zu 170 Ton­nen Blei­erz und 260 Ton­nen Zink­erz, ins­be­son­de­re Gal­mei, gewon­nen und ver­hüt­tet. Im Jahr 1921 wur­de der Berg­bau nach über 400 Jah­ren wegen Unwirt­schaft­lich­keit ein­ge­stellt.

Das 1903 errich­te­te Kraft­werk mit einer Leis­tung von 80 Kilo­watt wird mit Was­ser aus dem Max-Braun-Stol­len gespeist, der ganz­jäh­rig eine hohe Wasser­führung auf­weist. Damals erhiel­ten die Ort­schaf­ten Biber­wier, Ler­moos und Tei­le von Ehr­wald erst­mals elek­tri­sche Ener­gie vom noch heu­te bestehen­den Kraft­werk. Hier, an der „Schmölz“, wur­de das Erz auf­be­rei­tet und in zwei Öfen gerös­tet sowie das Metall in zwei Schacht­öfen geschmol­zen. Auch ein Ofen zum Bren­nen von Fein­sil­ber stand an die­ser Stel­le. Auf dem ehe­ma­li­gen Hüt­ten­ge­län­de der Gewerk­schaft Silber­leithen befand sich bis 2013 die Betriebs­stel­le Biber­wier des Elek­tri­zi­täts­wer­kes Reut­te, das für die Strom­ver­sorgung des Zugspitz­kessels zustän­dig ist.

Der Hoch­al­tar und die bei­den Sei­ten­al­tä­re in der Pfarr­kir­che von Biber­wier wur­den von der Gewerk­schaft Sil­ber­leit­hen gestif­tet. Sie und der gegen­über dem Stand­ort die­ser Tafel ver­lau­fen­de Mon­tan-Wan­der­weg des Berg­werks­ver­eins Sil­ber­lei­t­he Tirol erin­nern noch heu­te an unse­ren Berg­bau.

Ver­mes­sungs­zei­chen auf der Sil­ber­lei­t­he.
Gru­ben­riss der Sil­ber­lei­t­he aus dem 19. Jahr­hun­dert.
Anschliff einer Scha­len­blen­de (Zink­blen­de), Bild­brei­te 5 Zen­ti­me­ter.
Rund­herd in der ehe­ma­li­gen Erz­auf­be­rei­tung an der Schmölz (unbe­kann­ter Foto­graf, Anfang des 20. Jahr­hun­derts)

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