Die Gewerken Albert Boehringer, Josef Simon Kapferer, Martin Kapferer und Samuel Ephraim Meyer
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Die Besitzer der Gewerkschaft Silberleithen

Besitzer von Bergwerken hießen früher Gewerken. Sie zogen aus den Erträgen der Bergwerke ihre Gewinne, hatten im Gegenzug aber auch die finanziellen Lasten zu tragen. Diese Lasten hießen Zubußen und betrugen am Ende des regulären Bergwerksbetriebes an der Silberleithe mehrere tausen Gulden pro Gewerke.

Das Besitzrecht der Gewerken war auf Kux-Scheinen eingetragen und jeder Kux-Schein umfasste ab 1883 einen hundertstel Anteil des Bergwerkes. Bis 1882 waren die Bergwerke in Tirol in 128 Kuxe aufgeteilt und noch früher umfasste jedes Tiroler Bergwerk neun Neuntel. Für die Gruben an der Silberleithe lassen sich die Gewerken ab dem 19. Jahrhundert lückenlos nachweisen, wohingegen zwischen dem 15. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert einige Namen fehlen.

Historisch gibt es an der Silberleithe zwei Phasen: Bis 1882 waren die Gewerken fast ausschließlich wohlhabende Tiroler Familien, die auch in anderen Bergbauregionen Tirols am Bergbau beteiligt waren. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zeichnet sich an der Silberleithe jedoch ein Wandel ab und die Gewerken wurden nunmehr Industrielle und Banken aus dem Rheinland und Ruhrgebiet sowie Schlesien. Federführend war dabei das jüdische Bankhaus Simons & Co aus Düsseldorf (heute Westfalenbank), das auch im Deutschen Bergbausektor eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Der erste ausländische Gewerke an der Silberleithe war Dr. jur. Christian Bandmann aus Hamburg, der zwischen 1880 und 1883 bis zu 35 Kuxe inne hatte und auch in Dirstentritt Gewerke war.

Kux-Schein der Berghauptmannschaft Hall für die Gewerkschaft Silberleiten
Siegel des Revierbergamts Hall auf einer Verleihungsurkunde
Epitaph der Biberwierer Pfarrkirche